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VORTRAGSREIHE „recht auf kindheit” 2004

Die Märchenbühne Der Apfelbaum ist Mitglied der im Oktober 2000 in Brüssel gegründeten „Alliance for Childhood“, in der sich aufgrund der UN Konvention zum Schutz des Kindes weltweit Organisationen zusammengefunden haben. In Zusammenarbeit mit der österreichischen Gruppe organisiert die Märchenbühne Der Apfelbaum in Wien die Vortragsreihe "Recht auf Kindheit".
Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, den Erwachsenen die verschiedenen Aspekte der Kindheit näher zu bringen. Die Vortragsreihe plant jährlich vier Veranstaltungen mit namhaften Persönlichkeiten. Die Reihe begann im März 2001 und wird laufend fortgesetzt.
Ein Puppenspiel der Märchenbühne Der Apfelbaum leitet jeden Nachmittag ein. Während die Kinder von geschultem Personal betreut werden, sind die Erwachsenen herzlich eingeladen, Referate anzuhören, an Workshops teilzunehmen, Fragen zu stellen und zu diskutieren sowie eigene Meinungen und Ideen zur Sprache zu bringen.


DAS AKTUELLE PROGRAMM

recht auf kindheit
März bis Oktober 2004

recht auf kindheit programm als pdf download


DIE ENTDECKUNG DER LANGSAMKEIT

Die Kindheit heute ist nicht nur bedroht durch Gewalt und Missbrauch, sondern es treten Probleme auf, die im rasanten Tempo zunehmen und deren Ursachen zu erforschen die Wissenschaft bemüht ist. Unruhe und Überaktivität, Nervosität, Autismus, um nur einiges zu nennen, als Störung im seelischen Bereich, Asthma und Allergien als Äußerungen im Physischen. Es gibt viele Ursachen für dieses Phänomen. Eine davon hat bestimmt damit zu tun, dass die Kindheit, als Kraftquelle und Lebensgrundlage des Menschen, mehr und mehr schwindet.
„Tu schon weiter, ich habe es eilig“ „Lass mich in Ruhe, ich habe zu tun“.... da bleibt oft wenig Raum zu entdecken, zu spielen, die Welt zu erfahren, zu begreifen und zu fragen. Das Kind wird sehr oft als gleichberechtigter Partner behandelt, muss sich den Bedürfnissen der Erwachsenen anpassen und kann die ihm entsprechenden Entwicklungsschritte nicht in Ruhe vollziehen. Ruhe, die Welt zu verarbeiten, Eindrücke zu verdauen, findet das Kind dort, wo ihm Zeit und Raum gegeben wird, im Spiel, im Gespräch, in der Muße. Das Spiel wiederum ist aber eine Grundvoraussetzung für die Fähigkeit, die man braucht, um in der Schule lernbereit zu sein.
Wie kann man es schaffen, den Anforderungen des Kindes und den übrigen Verpflichtungen (oft noch als Alleinerziehende/r) gerecht zu werden? Wie kann ich für mich und mein Kind die Gelassenheit üben, die den Raum schafft und den Zeitdruck vergessen lässt? Einige Antworten versucht die Vortragsreihe „Entdeckung der Langsamkeit“ zu geben.
Eines ist klar, nicht virtuelle Faszination und ein mehr und noch mehr an Eindrücken, sondern die lebendige, gegenwärtige Beziehung zum Kind vom Erwachsenen, der sich Zeit nimmt, zuhört und entdeckt, wie wunderbar kleine Kinder sein können, ermöglicht dem Kind seine Begabungen zu entwickeln und spielend zu üben nach seiner eigenen inneren Uhr, nach seinen Entwicklungsgesetzmäßigkeiten. Diese zu respektieren sind wir Erwachsenen aufgefordert, noch dazu, wo die heutige, individuelle Kindergeneration andere Aufgaben stellt, als wir oft bereit sind zu verkraften oder zu verstehen.

Christa Horvat, Brigitte Goldmann
PROGRAMMABLAUF:
gilt für alle Sonntage!

14:30
Aufführung der Märchenbühne Der Apfelbaum
15:30
Buffet und Beginn der kostenlosen Kinderbetreuung
16:00
Kurzes Referat von Christa Horvat
16:15
Vortrag
17:00
Diskussion: Publikum - Vortragender


Sonntag, 7. März 2004

Märchenbühne Der Apfelbaum „Rotkäppchen“
DR. GEORG KÐHLEWIND
Das neue Verhältnis des Erziehers zum Kind

Kinder stellen heute besondere Ansprüche an den Erzieher. Unser Verhältnis zum Heranwachsenden sollte drei Charakteristika der neuen Kindergeneration Rechnung tragen.
1. Sehr frühes Selbstbewusstsein
2. Große Offenheit
3. Vom Anfang an sehr individuelles Wesen
Das frühe Selbstbewusstsein hat zur Folge, dass das Kind sich in Bezug auf zwischenmenschliche Verhältnisse als Erwachsener erlebt und die Gefahr besteht, dass wir es überfordern. Die Kinder sind so offen und aufnahmefähig, dass sie den Erwachsenen und einander durchschauen und haben (neben der Defizit-Seite) neue, meistens verborgene Fähigkeiten. Dem Individuellen, das uns das Kind heute entgegenbringt, kann der Erzieher nur gerecht werden, wenn er neben dem Respekt vor dem Heranwachsenden eine Bewusstseinsentwicklung, einen Schulungsweg zu Erkenntnisfähigkeiten zu gehen bereit ist.

Dr. Georg Kühlewind
geboren 1924, war in Budapest Univ. Professor für Physik, heute hält er Vorträge und Kurse in vielen Ländern. Zahlreiche Veröffentlichungen von erkenntnis-theoretischen Fragen, Psychologie und Pädagogik: u.a. „Vom Normalen zum Gesunden“, „Bewusstseinsstufen“, „Meditationen über Zen-Buddhismus“, „Aufmerksamkeit und Hingabe“, „Wege zur fühlenden Wahrnehmung“, „Sternkinder“.


Sonntag, 25. April 2004
Märchenbühne Der Apfelbaum „Aschenputtel“
MAG. BETTINA SCHUBERT
Spielen ist Leben im Augenblick


Als erwachsene Menschen sind wir es gewohnt unsere kostbare Zeit effizient zu gestalten – oft scheint nur das Ergebnis unserer Tätigkeit ist wichtig, nicht das Tun selbst. Als Eltern fällt es uns manchmal schwer, unsere Kinder einfach sein zu lassen, ihnen nicht ständig vorzugeben, was sie tun (oder nicht tun) sollen.
Kinder aber leben im Augenblick, ihnen ist unsere Alltags(ver)planung fremd. Sie verlieren sich in ihrer momentanen Beschäftigung und brauchen Zeit, Freiraum und Ungestörtheit, um in ihrem eigenen Tempo zu spielen und die Welt zu erfahren.
Der Wunsch vieler Eltern, ihrem Kind alles nur Erdenkliche zu bieten, um kein (noch so verfrühtes) Lernangebot zu verpassen und es so für den Leistungswettbewerb unserer Gesellschaft fit zu machen, entspricht dem heutigen Zeitgeist, setzt aber Kinder und Eltern unter enormen Druck.

Mag. Bettina Schubert
geboren 1970. Studium der Psychologie an der Universität Wien, zusätzliche Fachausbildung in Klinischer und Gesundheitspsychologie.
Arbeitsschwerpunkte: Psychologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Familien; Vortrags- und Seminartätigkeit für Eltern und Erzieher. Derzeit in eigener Praxis in Tulln und am Amt für Jugend und Familie in Wien tätig.


Sonntag, 26. September 2004
Märchenbühne Der Apfelbaum „Frau Holle“
PROF. DR. JÖRG PURNER
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar...
Über Erfahrungen auf dem Weg zu subtilen Formen der Wahrnehmung.

Selbst in unseren modernen Zeiten wird Kindern in ihren ersten Lebensjahren zugestanden, an märchenhafte Dimensionen zu glauben und die Welt anders zu sehen, als ein „normaler“ Erwachsener. Doch nach den Spielregeln unserer „Leistungsgesellschaft“ wird ihnen dieser „weltfremde Kindheitstraum“ baldmöglichst ausgetrieben und unser Bildungssystem sorgt dafür, heranwachsende Menschen möglichst früh auf das naturwissenschaftliche Weltbild und seine Produkte einzuschwören, um ihnen nur jene Wirklichkeit als real erscheinen zu lassen, die wir die äußere, die physische Welt nennen.
Dieser Vortrag soll daran erinnern, dass es keinesfalls weltfremd sein muss, die Existenz subtilerer Formen von Wirklichkeiten zu akzeptieren, die in unserem so wissenschaftlich und „aufgeklärt“ anmutenden Zeitalter so erfolgreich „wegrationalisiert“ wurden.

Prof. Dr. Jörg Purner
geboren 1944 in Telfes. 1982 Graduierung zum Doktor der Technischen Wissenschaften. Spezifische Fachgebiete: Schulung der Wahrnehmung, Immaterielle Dimensionen der Baugestaltung, Radiästhesie, Spezifische Fragen zur Standortsituation von Kirchen und Kultstätten.
Veröffentlichungen u. a.:„Radiästhesie – ein Weg zum Licht“, „Im Zeichen der Wandlung“.


Sonntag, 31. Oktober 2004
Märchenbühne Der Apfelbaum „Der Froschkönig“
FELICITAS VOGT
Dem Gold im Kinde auf der Spur
Die Förderung gesundender Kräfte, Kreativität als Sucht –und Gewaltprävention


Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind zunehmend stärker Lebensbedingungen unterworfen, die krankmachend wirken und zu psychischen und psychosomatischen Leiden führen. Die Pflege und Förderung der gesundenden Kräfte im Menschen durch die Schule und im familiären Umfeld stellt deshalb eine notwendige und vordringliche Aufgabe dar.
Viele Eltern und Lehrer sehen sich täglich vor neuen und oft scheinbar unlösbaren Aufgaben im Erziehungs- und Kindergartenumfeld. Eine sachgerechte und kindgerechte Lebenseinstellung ist heute nur mühsam und unter Bereitschaft, gewohnte Denkmuster zu verlassen, zu erlangen. Die Mühe lohnt, der Weg ist spannend und hat mehr mit uns selber zu tun, als wir denken......

Felicitas Vogt
geboren am 2. Mai 1952 in Köln, Studium (Sport, Theologie und Pädagogik). 14 Jahre pädagogische Praxis, Vortragstätigkeit zu den Themen Jugend, Gewalt und Sucht in vielen Ländern. Seit 2001 beim Projekt „Trommelfeuer“, einer künstlerischen Intervention für eine ganze Institution Thema: Sucht und Gewalt. Veröffentlichungen: u. a. „Der Klimasturz im Begegnungsraum - eine Generation sucht Kontakt“, „Drogensucht – Weckruf unserer Zeit“, „Von der Verwundbarkeit der Seele“, „Sucht hat viele Gesichter“.

ORT:
Stadtinitiative, Kirchengasse 41, 1070 Wien,
Aufführung € 8,-
Vortrag € 8,-
Aufführung u. Vortrag € 13,-/€ 10,- Studenten
Anmeldung: 523 17 29/20,
apfelbaum@maerchenbuehne.at



Organisationskomitee:

Christa Horvat (Märchenbühne Der Apfelbaum)
Dr. Christin Steiner (Stadtinitiative Wien)
Lichtblick – Elternbildung & Beratung
Brigitte Goldmann (Waldorfkindergartenausbildung)
Stephan Rabl (Theaterhaus für junges Publikum)
Wir danken herzlichst den Sponsoren: MA 18 (Referat Wissenschaft und Forschungsförderung); Johnson & Johnson Große schützen Kleine; Bezirksvertretung (Wien Neubau)


 

AUFFÜHRUNGEN:
DIE PROGRAMME FÜR KINDER AB 4 JAHREN
DIE PROGRAMME FÜR JUGENDLICHE UND ERWACHSENE


WANDERTHEATER "APFELBAUM" FÜR KINDER AB 3 JAHREN


PHILOSOPHIE UND PUPPENBAU


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DIE HEILIGE NACHT
Nach einer Erzählung
von Selma Lagerlöf


GASTSPIELE
in der Märchenbühne



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