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VORTRAGSREIHE „recht auf kindheit“ 2003

Die Märchenbühne Der Apfelbaum ist Mitglied der im Oktober 2000 in Brüssel gegründeten „Alliance for Childhood“, in der sich aufgrund der UN Konvention zum Schutz des Kindes weltweit Organisationen zusammengefunden haben. In Zusammenarbeit mit der österreichischen Gruppe organisiert die Märchenbühne Der Apfelbaum in Wien die Vortragsreihe "Recht auf Kindheit".
Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, den Erwachsenen die verschiedenen Aspekte der Kindheit näher zu bringen. Die Vortragsreihe plant jährlich vier Veranstaltungen mit namhaften Persönlichkeiten. Die Reihe begann im März 2001 und wird laufend fortgesetzt.
Ein Puppenspiel der Märchenbühne Der Apfelbaum leitet jeden Nachmittag ein. Während die Kinder von geschultem Personal betreut werden, sind die Erwachsenen herzlich eingeladen, Referate anzuhören, an Workshops teilzunehmen, Fragen zu stellen und zu diskutieren sowie eigene Meinungen und Ideen zur Sprache zu bringen.

Die Vortragsreihen begannen im Jahr 2001. Die vollständigen Programme und ein Photoalbum findet sich auf der Website des Mitorganisators:

k.i.d.s. forum für kinderschutz    www.kids-forum.org


DAS AKTUELLE PROGRAMM

recht auf kindheit
Vortragsreihe der Alliance for Childhood
und der Märchenbühne der Apfelbaum
Februar bis Oktober 2003
ORT:
Stadtinitiative,
Kirchengasse 41
1070 Wien,
Tel.: 523 17 29/20

recht auf kindheit programm als pdf download

Eltern und Erzieher stellen sich Fragen betreffend den Umgang mit der Sexualität ihre Kinder oft erst, wenn diese schon mitten in der Pubertät sind. Die Sexualität von Babies und Kleinkindern ist uns auch nicht immer bewusst. Wir Erwachsenen setzen eingelernte alte Regeln im täglichen Umgang mit Kindern ein: "Gib deine Hände auf den Tisch, nicht in den Schoss", oder "Kratz Dich nicht so". Die Anthropologin Margaret Mead zeigt auf, dass in "Schuld-Kulturen", wie in Europa und Nord Amerika, das sexuelle Verhalten geprägt ist von Scham und Schuldgefühlen; und von der Angst zu "Sündigen". Und wer mit diesen Ideen auf-gewachsen ist, tendiert dazu, sie an die Kindern weiter zu geben, auch wenn solche Handlungen ganz unbewusst sind.

Recht auf Kindheit beinhaltet das Recht, seine Sexualität altersgemäß zu entwickeln. Wenn wir die kindlichen Entwicklungen verstehen, dann helfen wir, dieses Recht zu sichern. Gleichgeschlechtliche Liebe gehört in dieses Verständnis der Achtung und Würde des Kindes.

Es ist das Recht des Kindes, von anderen nicht ausgebeutet oder missbraucht zu werden. Wir brauchen Vertrauen und benötigen wache Augen und Sinne zu entdecken, wann unsere Kindern zu sexuellen Handlungen gezwungen werden. Die Definition von sexuellem Missbrauch, die Möglichkeiten dem Kind zu helfen, werden auch ein Teil der diesjährigen Referate sein. Genügend Zeit, um Fragen zu stellen und in Diskussion einzutreten, wird eingeräumt werden.

"Sexualität und die Würde des Kindes" ist das Thema der vier Referate und Diskussionen in der Serie 2003 in der Stadtinitiative. Diese Serien wurden initiert nach der ersten internationalen Konferenz der "Alliance for Childhood". Die österreichische Gruppe, die sich zur UN Konvention zum Schutz des Kindes bekennt, organisiert Referate zu grundsätzlichen Themen, wie "Spiel" und "Grenzen", um Erwachsene in ihren Bestrebungen zu unterstützen, ihren Kindern, das „RECHT AUF KINDHEIT“ zu sichern.

Vor jedem Referat findet eine Aufführung der Märchenbühne "DER APFELBAUM" statt. Nach der Aufführung werden die Kinder von geschulten Personen gehütet, damit die Erwachsenen in Ruhe die Referate hören, ihre Fragen stellen und ihre eigenen Ideen einbringen können.

Linda Kneucker
Sonntag, 16. 02. 2003

Prof. Mag. Dr. Rotraud A. Perner

Wem können wir unsere Kinder anvertrauen?

14.30 Uhr:   Märchenbühne Der Apfelbaum: „Frau Holle“
15.30 Uhr:   Buffet und Beginn der Kinderbetreuung
16.00 Uhr:   Kurzes Referat von Christa Horvat
16.15 Uhr:   Prof. Mag. Dr. Rotraud Perner, Vortrag
17-18 Uhr:   Diskussion: Publikum – Vortragender

Sexualerziehung kann unterstützend, fördernd, aber auch sexualisierend sein. Immer mehr Eltern sind verunsichert darüber, wie gut gemeinte Unterstützung in Übergriffe mündet. In dem Vortrag werden die Grenzen der sexuellen Selbstbestimmung der Kinder je nach altersgemäßer Entwicklung aufgezeigt.



Sonntag, 16. 03. 2003

Dr. Dieter Schmutzer

Geschlechtlichkeit – Gleichgeschlechtliche Liebe


14.30 Uhr:   Märchenbühne Der Apfelbaum „Rotkäppchen“
15.30 Uhr:   Buffet und Beginn der Kinderbetreuung
16.00 Uhr:   Kurzes Referat von Christa Horvat
16.15 Uhr:   Dr. Dieter Schmutzer, Vortrag
17-18 Uhr:   Diskussion: Publikum – Vortragender

Kinder haben ein Recht auf Sexualität – auf IHRE Sexualität, Klar! Ein Recht auf Liebe haben sie sowieso. Aufgeklärt, wie wir sind, ermuntern wir sie dazu, unterstützen sie dabei. Doch dann kommt eines Tags die Tochter drauf, dass sie nicht in den tollen Typen von der 4B verknallt ist, sondern in die neue, junge Nachbarin. Und der pubertierende Sohn merkt, dass er nicht den Mädels in der Disco nachschaut und (mindestens) Herzklopfen kriegt, sondern den Burschen im Schwimmbad. "Warum ausgerechnet ich?" fragt sie/er verwirrt – und sucht Rat und Trost bei Mutti. "Was habe ich falsch gemacht?" fragt die sich verzweifelt – und weint sich bei Vati aus. "Ich hab ja nichts gegen DIE – aber UNSER Kind?" sagt er verstört – und ist ratlos.

Warum wird jemand lesbisch oder schwul? Wann eigentlich? Kann man dazu verführt werden? Oder etwas dagegen tun? Geht das vielleicht von selbst vorbei? Was werden die anderen sagen? Wie soll ich damit umgehen? Wie kann ich dem Kind helfen? Soll ich überhaupt? Will es das überhaupt?
Viele Fragen gibt es. Aber ebenso viele Antworten. Schließlich geht's ja um die Liebe.



Sonntag, 21. 09. 2003

Monika Korber

Gewalt am Kind – sexuelle Übergriffe, Missbrauch


14.30 Uhr:   Märchenbühne Der Apfelbaum „Schneewittchen“
15.30 Uhr:   Buffet und Beginn der Kinderbetreuung
16.00 Uhr:   Kurzes Referat von Christa Horvat
16.15 Uhr:   Monika Korber, Vortrag
17-18 Uhr:   Diskussion: Publikum – Vortragende

Es geht um Mächtige und Abhängige - um die Beschreibung des besonders emotional besetzten Phänomens der sexuellen Ausbeutung von Kindern.

Diese Form von subtiler und/oder offener Gewalt am Kind ist meist geprägt von schweren psychischen Verletzungen und manchmal auch körperlichen Schäden. Die traumatischen Auswirkungen auf ein betroffenes Kind hängen vom zwischenmenschlichen Kontext ab, in dem der Missbrauch stattfindet. Zentrale Elemente dabei sind das gebrochene Vertrauen des Kindes und die Ausbeutung seiner Bedürfnisse.

Aufgezeigt werden sollen die intrapsychischen, innerfamiliären und äußeren Realitäten im Zusammenhang mit dem sexuellen Kindesmissbrauch. Durch das Bewusstwerden der Dynamik können Möglichkeiten für Veränderungen geschaffen werden.



Sonntag, 19. 10. 2003

Peter Wanke

Hilfreiche Interventionsschritte bei Kindesmissbrauch


14.30 Uhr:   Märchenbühne Der Apfelbaum „Der Froschkönig“
15.30 Uhr:   Buffet und Beginn der Kinderbetreuung
16.00 Uhr:   Kurzes Referat von Christa Horvat
16.15 Uhr:   Peter Wanke, Vortrag
17-18 Uhr:   Diskussion: Publikum – Vortragender

Wenn aufgrund eigener Sensibilität, gravierender Auffälligkeiten beim Kind, Aussagen oder sonstiger "Erhärtungen" Klarheit besteht, dass sexuelle Übergriffe passiert sind, heißt der nächste Schritt: Intervention. Damit das Vorgehen einerseits zielführend ist, aber andererseits das Kind nicht zusätzlich traumatisiert, sind einige, mit der Thematik verbundene Besonderheiten, Regeln und Phasen zu wissen und auch zu beachten. Es sollen die weiteren Schritte nach Anzeige aufgezeigt, aber auch Alternativen und Unterstützungsmöglichkeiten besprochen werden.


Aufführung € 8,-
Vortrag € 8,-
Aufführung u. Vortrag € 13,-/€ 10,- Studenten
Anmeldung: 523 17 29/20
apfelbaum@maerchenbuehne.at
Gesamtprogramm:
www.kids-forum.org

Christa Horvat
Künstlerische Leiterin der Märchenbühne Der Apfelbaum

Linda Kneucker
Dipl. Lebens- und Sexualberaterin, k.i.d.s forum für kinderschutz, Wien
Österreichisches Netzwerk für Frieden und Gewaltfreiheit

Monika Korber
Psychotherapeutin – systemische Familientherapie, Mediation. Langjährige Erfahrung in der psychotherapeutischen Arbeit mit Gewaltopfern – in freier Praxis und als Leiterin eines Kinderschutzzentrums. Seit ca. 3 Jahren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die von Gewalt betroffen sind – im Rahmen der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien gemeinsam mit Peter Wanke.

Prof. Mag. Dr. Rotraud A. Perner
Juristin, Sozialpädagogin, Psychoanalytikerin und Gesundheitspsychologin. An der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin stehen mehrere Lehrgänge in Sexualpädagogik und –beratung unter ihrer wissenschaftlichen Leitung. Lehrbeauftragte an der Universität Wien, Autorin zahlreicher Bücher.

Dr. Dieter Schmutzer
Lebens- und Sozialberater, Sexualberater, Kommunikationstrainer. Schwerpunkte u.a.: Gesundheits- und Sexualerziehung, HIV/AIDS, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität (Homosexualität, Transgender etc.), sexuelle Gewalt (Täter- und Opferarbeit), Behinderung. Lehraufträge an den Universitäten Klagenfurt und Graz.

Peter Wanke
Sozialpädagoge, systemischer Psychotherapeut und Supervisor. Aufbau der Soforthilfe in der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien und seit 3 Jahren gemeinsam mit Monika Korber tätig. Organisation der Prozessbegleitung und der Kosten für Psychotherapie für Kinder und Jugendliche aus Wien, die Gewalt erlitten haben. Obmann des Vereins LIMES (dieser Verein arbeitet therapeutisch nach Weisung des Gerichts mit jugendlichen Sexualstraftätern). Seit mehr als 15 Jahren Arbeit mit missbrauchten Kindern und Jugendlichen.


Organisationskomitee:

Christa Horvat (Märchenbühne Der Apfelbaum)
Linda Kneucker (k.i.d.s. forum für kinderschutz)
Mag. Christin Heidler (Stadtinitiative Wien)
Unser Dank gilt den Mitorganisatoren:
k.i.d.s. forum für kinderschutz
Wir danken herzlichst den Sponsoren: MA 18 (Referat Wissenschaft und Forschungsförderung); Johnson & Johnson Große schützen Kleine; Bezirksvertretung (Wien Neubau)


 

AUFFÜHRUNGEN:
DIE PROGRAMME FÜR KINDER AB 4 JAHREN
DIE PROGRAMME FÜR JUGENDLICHE UND ERWACHSENE


WANDERTHEATER "APFELBAUM" FÜR KINDER AB 3 JAHREN


PHILOSOPHIE UND PUPPENBAU


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