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VORTRAGSREIHE „recht auf kindheit” 2005

Die neue Vortragsreihe von „Recht auf Kindheit„ wird sich mit der Rolle der berufstätigen Mutter beschäftigen, mit den Herausforderungen, den Möglichkeiten und Risken. Wie kann man sich schulen und stärken, um dieser Aufgabe gerecht zu werden und den Belastungen standzuhalten, wie viel Auf-merksamkeit braucht mein Kind, meine Familie, mein Beruf? Wo bleibe ich selbst dabei?

„Durch die Herauslösung aus bestimmten Bezugssys-te-men ist das Leben in der heutigen Form ins Grenzenlose gegangen.“ Prof. Dr. Manfred Prisching (Soziologe, Uni Graz) analysiert die gesellschaftlichen Veränderungen und den Wandel der Wertewelt „Ich habe heute die Möglichkeit, mit un-terschiedlichen Identitäten zu spielen. Wir leben in einer bunten Welt, die viele Spielsysteme bietet.“ In dieser Ent-wick-lung sieht Manfred Prisching eine Chance, aber auch Gefah-ren. „Das Wesen der modernen Welt besteht darin, dass man die Menschen flexibilisiert und ihnen Wahlmöglichkeiten eröff-net. Gleichzeitig wächst damit die Verantwortung, das eigene Leben und die Welt zu formen“.

Diese neue Entwicklung ermöglicht einen Aufstieg für die Frau, gefährdet aber das, was uns am Herzen liegt: Das Recht auf Kindheit. Uns allen ist klar, dass die Zeiten des Heimchens am Herd vorbei sind und in dieser Form nicht mehr wiederkehren werden. Frauen sollen und müssen sich im Beruf in die Gesellschaft einbringen können, wenn sie das wollen, das ist ein Gebot der Stunde. Kindererziehung sollte nicht mehr nur Frauensache sein. Das Verschwinden der Kindheit aber entwickelt sich langsam zu einem zentralen gesellschaftlichen Problem. Das zeigt unter anderem die Zunahme von Gewalt und Depression bei Jugendlichen.

Es ist klar, dass es der Erwachsene ist, der wissen muss, was das Kind braucht. Aber zu beobachten sind auf der einen Seite Tendenzen einer Über-betreu-ung, Reiz- und Wissensüberflutung, auf der ande-ren Seite eine Verwahrlo-sung und zu frühes Entlassen in die Eigenverantwortung. Tatsache ist, dass Eltern alleingelassen und oft heillos überfordert sind.


DAS AKTUELLE PROGRAMM

recht auf kindheit
Februar bis November 2005

recht auf kindheit programm als pdf download


PROGRAMMABLAUF:
gilt für alle Sonntage!


14:30 Aufführung der Märchenbühne Der Apfelbaum
15:30 Buffet und Beginn der kostenlosen Kinderbetreuung
16:00 Kurzes Referat von Christa Horvat
16:15 Vortrag
17:00 Diskussion: Publikum – Vortragender

 

13. Februar 2005
Märchenbühne Der Apfelbaum „Das Borstenkind“
MICHAELA HARRER
Wie bringen wir das alles unter einen Hut?


Unsere Ideale und Erwartungen an unsere Lebensrollen steigen. Frauen wie Männer stellen hohe Ansprüche an ihre Elternschaft, ihre Paarbeziehung, an ihre individuelle persönliche Entwicklung und natürlich auch an ihre berufliche Erfüllung – an ihre Karriere.
  • Kindliche Bedürfnisse stehen erwachsenen Bedürfnissen entgegen.
  • Partnerschaftliche Interessen sprechen manchmal gegen berufliche Notwendigkeiten.
  • Elternsein fordert Abstriche von dem Liebespaar, das Eltern ja auch noch sein wollen.
In diesem Spannungsfeld der Bedürfniskollisionen sind Krisen natürliche Folgen! Thematische Schwerpunkte:
  • Was Kinder brauchen – was Eltern brauchen.
  • Tipps für Ihre Balance in stressigen Zeiten.
  • Krisenmanagement beginnt zu Hause!
  • Widersprüche und Konflikte machen das Leben bunt – Familienmanagement.
Michaela Harrer
Geboren 1961, Wien. Diplom für Ehe-, Familien-, Lebens- und Sozialberaterin, Trainerin in der Eltern- und Familienbildung, Lange Erfahrung mit Begleitung von Gruppenprozessen und klientenzentrierter Gesprächsfüh-rung sowie meditativen Elementen in der Erwachsenenbildung, Mediatorin, Sexualberaterin und Mobbingkonfliktberatung. Mitarbeiterin des Institutes für Ehe- und Familienberatung, Mitbegründerin des Vereins ELTERNWERK-STATT. Freie Praxis für Lebensberatung und Meditation.

13. März 2005
Märchenbühne Der Apfelbaum „Rotkäppchen“
CLAUDIA GRAH-WITTICH
Die Selbstwahrnehmung als Quelle für die Selbstbestim-mung der Frau
- Frau sein heute im Spannungsfeld von Mutter und Beruf

Weiß ich als Frau, was ich selber will? Kann ich meine Rollen wahrnehmen, zuordnen und verwandeln? Empfinde ich mich darin als Opfer von Werten und Normen meiner Umgebung?

In der Vielfalt der Möglichkeiten und der Individualisierungen gilt es heute für jede Frau den ganz eigenen Weg herauszufinden.

Unsere Selbstwahrnehmung richtet sich nach innen. Auf diesem Wege entsteht ein Gegenüber und dadurch ein Fünckchen Freiheit sowie die Möglichkeit der Selbstbestimmung. Wie kann ich diese Selbstbestimmung so ausbauen und wachsen lassen, dass wieder Liebe mein Handeln, Freude meine Verantwortungsübernahme und Identität mein Tätigsein bestimmen. Die Methode, dieses Spannungsfeld zu bearbeiten, ist gleichzeitig der entscheidende Ansatzpunkt, mein eigenes Selbst zu finden.

Claudia Grah-Wittich
Geboren 1957, Studium der Kunstgeschichte und Philosophie, Dipl. Sozialarbeiterin, Weiterbildung in Biographiearbeit, sensorische Integration, Elternberatung, Waldorfpädagogik. Tätig in der Frühförderung und Elternberatung im Haus des Kindes, Dozentin in der Erwachsenenbildung am hof/ Frankfurt Niederursel. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema der Frühförderung, Selbsterziehung u. a. In Arbeit: Die psychosozialen Folgen bei Kindern nach Kaiserschnittgeburt.


09. Oktober 2005
Märchenbühne Der Apfelbaum „Schneewittchen“
BRIGITTE MOSER
Auf dem Weg zu einem beziehungsvollen Miteinander


In heutigen Familien vollzieht sich ein Wertewandel. Nicht mehr Machtstrukturen leiten uns im Zusammenleben mit unseren Kindern. Wir suchen neue Wege im Streben nach Gleichwürdigkeit und Respekt. Eine Pionierin auf diesem Weg war die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler (1902 – 1988). Sie erkannte, dass Kinder als eigenständige Persönlichkeiten auf die Welt kommen, mit allen Anlagen und Fähigkeiten, die sie für eine autonome Entwicklung brauchen. Sie ließ den Säuglingen Zeit und Raum, die Bewegungsentwicklung vom Liegen zum Gehen in seinem individuellen Tempo vollziehen zu können. Um diese Freiheit leben zu können, braucht der Säugling Eltern oder Bezugspersonen, die ihm als Subjekt begegnen und ihn nicht als Objekt behandeln. Durch die Behutsamkeit der ihn pflegenden Hände bekommt er wichtige Botschaften über Nähe, Liebe und Achtsamkeit. Während wir ihm so zeigen, wer wir sind, bekommt der Säugling gleichzeitig ein Gefühl für seinen Körper mit all seinen Möglichkeiten. Er erlebt sich als kompetent und wertgeschätzt. Durch das wachsende Vertrauen in uns selbst und unsere Kinder gelingt es, das Zusammenleben friedlicher zu gestal-ten. So werden wir bereit, auftauchende Konflikte als Stolpern auf dem eigenen Weg und als Schritt vorwärts zu betrachten.

Brigitte Moser
Geboren 1958, Studium der Pädagogik, Volksschullehrerin, Montessori Pädagogik, Weiterbildung im Emmi Pikler Institut in Budapest. Weiterbildung zu Erkenntnissen der Bewegungstherapie von Elfriede Hengstenberg, sensory awarness (Charlotte Selvers) und Familientherapie betreffend (Jesper Juul) Leiterin und Begleiterin von „Emmi Pikler Spielräume“ für Kinder von 4 Monaten – 4 Jahren. Vortrags- und Seminartätigkeit. Vorstandsmitglied der Pikler-Hengstenberg Gesellschaft Österreich.


13. November 2005
Aufführung der Märchenbühne Der Apfelbaum
DR. WOLFGANG SAßMANNSHAUSEN
Familie, Partnerschaft, Kinder, Beruf...: Welche Rolle spielen die Rollen, die wir spielen?


Waren früher die Rollen, die ein Mensch einnimmt, so, dass sie der Rollenträgerin oder dem Rollenträger sagten, wer sie oder er ist, so haben wir heute ein anderes vorherrschendes seelisches Bild, ja, ein gerade umgekehrtes Bild. In der Rolle erlebt der Mensch den Schauplatz, auf dem er sich als Ich erlebt. Die Schauplätze Familie, Beruf, Partnerschaft... sind Felder des Ich, dessen Bedürfnisse und Sehnsüchte Erfüllung erhoffen und erwarten. Die Bedeutung dieses Spannungsfel-des von Rolle und Ich und Perspektiven des Umgangs sind Gegenstand des Vortrags.

Dr. Wolfgang Saßmannshausen
Geboren 1952, Staatsexamen für das Lehramt, Diplom und Doktorat in Erziehungswissenschaften, Lehrer in der Hiberniaschule Herne, Lehrer und Leiter der Fachschule für Sozialpädagogik (Rudolf-Steiner Erzieher-Seminar Dortmund), Projektleitung im Auftrag der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergartenpädagogik (Seoul, Prag), zahlreiche Veröffentlichungen über Waldorfkindergartenpädagogik.


ORT:
Stadtinitiative, Kirchengasse 41, 1070 Wien,
Aufführung € 8,-
Vortrag € 8,-
Aufführung u. Vortrag € 13,-/€ 10,- Studenten
Anmeldung: 523 17 29/20,
apfelbaum@maerchenbuehne.at



Organisationskomitee:

Christa Horvat (Märchenbühne Der Apfelbaum)
Dr. Christin Steiner (Stadtinitiative Wien)
Lichtblick – Elternbildung & Beratung
Brigitte Goldmann (Waldorfkindergartenausbildung)
Stephan Rabl (Dschungel Wien - Theaterhaus für junges Publikum)


 

AUFFÜHRUNGEN:
DIE PROGRAMME FÜR KINDER AB 4 JAHREN
DIE PROGRAMME FÜR JUGENDLICHE UND ERWACHSENE


WANDERTHEATER "APFELBAUM" FÜR KINDER AB 3 JAHREN


PHILOSOPHIE UND PUPPENBAU


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